Texfact of the Week: Technische Textilien stehen für 40 Prozent der Umsätze von Textilfabriken in den USA

The Land of Stars & Stripes & Technical Textiles: Die USA haben ihre Textilindustrie kräftig modernisiert und investieren in technische und hochwertige Textilien. Mit Erfolg: 2013 konnte die Branche fast fünf Prozent wachsen. Eine Zahl bereitet aber weiterhin große Sorgen.

Die US-Textilindustrie war lange das Sorgenkind der heimischen Wirtschaft: keine moderne Anlagen, ein zu großer Fokus auf Baumwolle und wenige Auslandsinvestitionen. Dies änderte sich in den letzten zehn Jahren. Viele Unternehmen vor allem aus Asien investieren in neue Fabriken und Ausrüstungen, wobei der Südosten der USA besonders davon profitiert. Hier sind 32 Prozent aller Textilfabriken des Landes beheimatet – und die Nähe zum Hauptabnehmerland Mexiko stärkt die Produktion zusätzlich.

Ein großer Gewinner dieser Veränderung sind die technischen Textilien. Mittlerweile erwirtschaftet dieses Segment 40 Prozent der Umsätze von Textilfabriken in den USA. Immer mehr ausländische Autobauer und Luftfahrtingenieure mit Sitz in den USA treiben die Nachfrage nach technischen Textilien und Textilmaschinen an. Der Bedarf an diesen hochwertigen Textilien wird langsam die Abhängigkeit von der Bekleidung ablösen – so zumindest das Fazit der GTAI-Studie.

Insgesamt stieg der Umsatz bei Textilien und –produkten laut GTAI im letzten Jahr um 4,7 Prozent auf fast 57 Mrd. USD. Also alles gut? Mitnichten. Denn die USA verzeichnen bei Textilien und Textilmaschinen eine ausgesprochen negative Handelsbilanz. Das Land importiert viel mehr Produkte als es exportiert. Hierbei stammen die meisten Produkte aus China und Indien, nur knapp acht Prozent kamen 2013 aus der EU.

Abschließend bleibt die Frage: Wie geht es weiter? Wenn TTIP, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, kommt, sieht es ziemlich gut aus für die Textilindustrie. Die amerikanische Branche hätte dann Zugang zum europäischen Textilmarkt, der dem heimischen Markt ähnelt. Verschiedene Auflägen könnten so leicht harmonisiert werden. Auch die Zölle auf Textilprodukte von vier bis 12 Prozent würden wegfallen. Dabei sollte vor allem die Sparte der technischen Textilien profitieren. Aber die schlechte Handelsbilanz der USA wird bleiben: Dazu seien laut GTAI die europäischen Anbieter gerade bei arbeitsintensiven Produkten einfach zu stark.

Wer mehr Informationen möchte, findet die Studie der GTAI nur auf Deutsch.

Außenhandel mit Textilien und Produkten aus Textilfabriken

Kategorie

2012

2013

Januar – April 2014

Veränderung 2014/13 (in %) *)

Einfuhr

24,9

26,1

8,6

4,4

.davon aus der EU-28

2,2

2,3

0,8

9,0

Ausfuhr

12,3

12,8

4,2

3,3

.davon in die EU-28

1,0

1,0

0,4

7,6

Handelsbilanz

-12,6

-13,3

-4,4

.davon mit der EU-28

-1,2

-1,3

-0,4

Marc Chalupsky

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