Teil 2: Technische Textilien sind nachhaltig – was auch sonst

Nachhaltigkeit ist prinzipiell eine Notwendigkeit für den Fortbestand von Unternehmen. Dies betrifft nicht nur die gefertigten Produkte, sondern auch, wie diese Produkte auf den Markt gebracht werden. Erst beides zusammen schafft die Voraussetzung, den vielbeschriebenen ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Im Unternehmen Mimaki, Hersteller von Textildruckern, konnte in den letzten Jahren z.B. die  Produktionseffizienz um 20 Prozent erhöht werden. Der Ausschuss wurde gesenkt und weniger Strom pro Gerät verbraucht. Mimaki ist nach dem Umweltmanagement ISO 14001 zertifiziert und hat Unternehmensabläufe eingerichtet, die für alle „nachhaltigen“ Unternehmen gelten: Verringerung des Verbrauchs von Elektrizität, Brennstoffen, Rohstoffen und Energie. Verringerung der industriellen Abgasemissionen und Förderung von Recycling und gründlicher Abfalltrennung. Verhinderung von Umweltverschmutzung durch Verringerung des Einsatzes schädlicher Chemikalien. Förderung eines umweltfreundlichen Produktdesigns. Senkung der Ausfallrate im Fertigungsprozess. Ausbau des Verkaufs umweltfreundlichen Produkte. Förderung des Bedarfs der Kunden nach umweltfreundlichen Produkten.  Verbesserte Wege, um Korrekturmaßnahmen durchzuführen.

Ja, der Textildruck. Ob Färben und Drucken, die Funktionalisierung mit wasserabweisenden oder flammhemmenden Ausrüstungen, antibakterielle Funktionen oder auch Beschichtungen – erst die Textilveredlung verleiht den Textilien ihren gewünschten Gebrauchswert. Eine neuartige, nachhaltige Textilbeschichtung stellt hier Insqin von Bayer MaterialScience dar. Das Anwendungsspektrum dieser rein wasserbasierter PU-Technologie reicht von PU-Leder und Funktionstextilien zu Hochleistungsdrucken und vielem mehr, wobei alle Arten von beschichteten Textilien ohne Lösungsmittel hergestellt werden können. Für den Beschichtungsprozess werden 95 Prozent weniger Wasser und 50 Prozent weniger Energie benötigt. Ein gutes Beispiel, wie innovative Produkte und Verfahren dabei helfen, das Leben der Menschen zu verbessern, gleichzeitig Ressourcen zu schonen und den ökologischen Fußabdruck in der Umwelt zu minimieren.

Es sind eben die viele kleinen Schritte, die insgesamt zu mehr Nachhaltigkeit führen. Hierzu lässt sich auch die VDMA-Initiative Bluecompetence anführen, die Unternehmen dazu ermutigt, Ressourcen und Energie zu sparen. Ob nun durch die Einführung eines Energiemanagementsystems von SedoTreepoint mit der Energieeinsparungen in der Textilveredlung von bis zu 25 % erreicht werden, oder durch Einsatz des neuen Relaxiertrockner von Brückner, mit dem die Energiekosten für den Trocknungsprozess in der Textilindustrie ebenfalls um bis zu 25 % gesenkt werden können. Was eine kleine Nadel bewirken kann, zeigt litespeed von Groz-Beckert. Die enorme Energieersparnis von 20% pro Rundstrickmaschine sowie gleichzeitiger CO2-Reduktion von über 1,5 t bescherten dem Unternehmen für seine Wundernadel bereits den begehrten Kyocera-Umweltpreis.

Und was wird uns die Zukunft bringen? Welche Nachhaltigkeit-Trends zeichnen sich ab? „Nachhaltigkeit wird grundsätzlich immer weiter an Bedeutung gewinnen und nachhaltige Produkte und Materialien werden mehr ins Gespräch kommen, so wie wir heute zusehends mehr Informationen über Müll in den Weltmeeren und die Umstände der Massentierhaltung bekommen“, ist sich Zukunftsforscher Thomas Strobel absolut sicher. Nachhaltig gekennzeichnete Produkte werden damit immer mehr Beachtung finden und Eigenschaften wie nachwachsende Rohstoffe, Recycelbarkeit, biologische Abbaubarkeit, Umweltfreundlichkeit stärker nachgefragt werden. Auch bei den Technischen Textilien sind es die nachwachsenden Rohstoffe, die weiter an Bedeutung gewinnen. Gleiches gilt laut Strobel auch für den Leichtbau aus Verbundwerkstoffen. „Diese werden auf Dauer nur eine Chance haben, wenn nicht erdölbasiert und die Leichtbau-Komponenten aus Verbundmaterialien recycelt werden können“ Welche nachhaltigen Veränderungen dies für den Composites-Markt mit sich bringt, lässt sich bereits erahnen…

Autor: Iris Schlomski

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