Neue Standards in der Cellulosefasertechnologie. Nachgefragt bei Lenzing AG

Die österreichische Lenzing Gruppe gehört zu den Weltmarktführern im Vertrieb von hochwertigen, umweltverträglich gefertigten Cellulosefasern. Lorenz Wied, Vice President Global Business Development, sprach mit Texpertise Network über die einzigartige Herstellung von Lyocell-Fasern, hohe Investitionen und gefährdeten Baumbestand.

Mit der Herstellung von Lyocell Fasern hat Lenzing ein einzigartiges Verfahren entwickelt. Geschah dies als Reaktion auf die Wünsche von Kunden nach einem grünen Material oder schaffen Sie neue Märkte? Und ist auch der Recycling-Trend für Sie interessant?

Die Lyocell-Technologie ist die dritte Fasergeneration cellulosischer Fasern. Für die Lenzing Gruppe als Technologieführer in der Man-made Cellulosefaserindustrie stellt dies einen Meilenstein in der Technologieentwicklung dar. Die Faszination war und ist ein nicht-chemischer Prozess, der völlig neue Standards in der Cellulosefasertechnologie setzt. Das ist die Basis für die hervorragenden Werte bei der Umweltverträglichkeit. Diese haben wir mit der Universität Utrecht als erstes Unternehmen der Branche in einer Lebenszyklusanalyse für Fasern wissenschaftlich untersucht, gemessen und aufbereitet. Die Resultate haben uns zahlreiche Umweltauszeichnungen eingebracht.

Lorenz Wied, Lenzing AG

Lorenz Wied, Lenzing AG

Mit dieser Fasergeneration, die wir unter der Marke TENCEL® weltweit verkaufen, entwickeln wir den Markt seit über 20 Jahren. TENCEL® Fasern sind ein sehr beliebter Mischungspartner für Baumwolle, Polyester sowie Wolle, Leinen und sogar Seide.

Geschlossene Kreisläufe aus dem Nichts werfen ja sicherlich extrem hohe Kosten auf. Amortisieren sich solche Investitionen für Sie?

Der geschlossene Kreislauf der Lyocell-Technologie ist systembedingt und kein Add-on. Die Investitionen für die Errichtung einer Lyocell-Anlage sind jedoch erheblich und erfordern eben die industrielle Skalierung, damit die Fasern zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen angeboten werden können. Das gehört seit jeher zu den Kernkompetenzen der Lenzing Gruppe.

Designer und Marken wie Stella McCartney, H&M, Zara und Quiksilver haben sich dazu verpflichtet, keine Fasern aus gefährdetem Holzbestand zu verwenden. Was bedeutet das für Lenzing?

Lenzing arbeitet mit namhaften Partnern aus der österreichischen und europäischen Forstwirtschaft seit langen Jahren eng zusammen. Beim Zukauf von Holz, aber natürlich auch von Zellstoff achten wir streng darauf, dass wir nur zertifizierte Rohstoffe verwenden und nichts aus unbekannten Quellen stammt. Diese sind nach FSC oder PFSC zertifiziert. Damit entsprechen sämtliche Faserprodukte der Lenzing Gruppe den strengen Beschaffungsrichtlinien unserer Kunden.

Bild-Copyright: Lenzing AG

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in unserem Sustainabilty & Textiles Newletter 03/2014.

Marc Chalupsky

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