Erfolgreiche Kommunikation für textile Start-ups

Interview mit Philip G. Schwarz von Wearable Life Science

Mit ANTELOPE hat das Nürnberger Start-up Wearable Life Science (WLS) die erste leistungssteigernde Sportbekleidung der Welt entwickelt. In diesem Jahr soll die Hightech-Textilie den deutschen Markt erobern. Wir haben Geschäftsführer Philip G. Schwarz gefragt, wie erfolgreiche Kommunikation für textile Neugründungen funktionieren kann.

ANTELOPE-Mitgründer und CEO Philipp G. Schwarz / Quelle: Wearable Life Sciences GmbH

ANTELOPE-Mitgründer und CEO Philipp G. Schwarz / Quelle: Wearable Life Sciences GmbH

Herr Schwarz, welcher Branche ordnen Sie sich am ehesten zu – Textil, Sport oder Hightech?

Unser Produkt läuft unter Active Sportswear. Wir ordnen uns klar der Textilbranche zu. Unsere Zielgruppe sind Endkunden vom Profi, über den ambitionierten Athleten bis hin zu Menschen, die sich einfach fit halten wollen.

Ihre smarte Sportbekleidung ist noch nicht auf dem Markt. Dennoch genießen Sie bereits eine gewisse mediale Präsenz. Wie haben Sie das geschafft?

Die Medienresonanz war anfangs eher ein Nebeneffekt. Wir haben mit unseren Prototypen auf Start-up-Events und Gründerwettbewerben das Feedback von Partnern und Kunden gesucht. Im Ergebnis haben wir mehrere Preise gewonnen, darunter der Gründerpreis „Weconomy“ 2014 des Handelsblatts und zweimal der ISPO Award. Unsere Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo war 2015 Deutschlands erfolgreichste Kampagne. Wir haben uns sogar dem Jury-Urteil in der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ gestellt.

Wie viele Bestellungen liegen Ihnen schon vor?

Die erste Auslieferung geht an den erfolgreichen Ruderer Marcel Hacker, der mit unserem Anzug für die Olympischen Spiele 2016 trainiert. Über Indiegogo liegen uns außerdem schon rund 1000 Bestellungen vor.

Sie haben die Werbetrommel schon kräftig gerührt. Haben Sie keine Angst, dass Ihr  Produkt kopiert wird, bevor es am Markt ist? Und sind die Erwartungen an Ihren Erfolg  nicht besonders hoch?

Wer Erfolg haben will, muss natürlich schnell sein. Und er muss wissen, was beim Kunden ankommt. Unserer Meinung nach lassen sich nur so markttaugliche Produkte entwickeln. Viele technologisch orientierte Start-ups sind sehr verschlossen. Sie entwickeln im Stillen so lange an einer Technologie, bis die ausgereift ist und suchen erst dann nach Anwendungs- und Vermarktungspartnern. Wir haben von Anfang an auf Offenheit gesetzt, uns Partner gesucht und Feedback eingeholt. In unsere Sportkleidung fließt das Know-How von Textil- und Elektroingenieuren, Software- und IT-Spezialisten, Sportwissenschaftlern, Vertriebs-, Marketing- und PR-Experten ein – und die Wünsche unserer Kunden.

Technologieorientierte Neugründungen kämpfen oft mit Finanzierungshürden. Sie haben rund 900.000 Euro über Crowdfunding eingeworben…

Crowdfunding-Kampagnen bringen nicht nur Kapital ein. Sie sorgen für Aufmerksamkeit und sind ein guter Indikator dafür, ob ein Produkt beim Kunden ankommt. Nutzer, die über Crowdfunding in ein Produkt investieren, tun das, weil sie daran glauben. Wir betreten gemeinsam mit unseren Kunden Neuland.

Ihr Rat raten Sie jungen Unternehmen aus der Textilbranche?

Ich kann nur raten, sich so schnell wie möglich und regelmäßig Feedback von Experten und potenziellen Kunden einzuholen. Wenn Sie noch kein Netzwerk haben: Gehen Sie dorthin, wo die Experten sind, z.B. auch auf Messen wie die Techtextil.

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Lilliffer Seiler

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