Junge Spanierinnen räumen bei Techtextil-Studentenwettbewerb ab

Drei junge Architektinnen aus Spanien gehören zu den Gewinnerinnen des 12. Internationalen Studentenwettbewerbs „Textile Strukturen für neues Bauen 2013“. Den mit 1.500 Euro dotierten 1. Preis in der Kategorie “Umwelt und Ökologie” heimste Maria-Dolores Parrilla Ayuso ein für ihr Projekt, ein altes Containerschiff durch den Einsatz textiler Materialien aufzufrischen. Gänzlich ohne Eigeninteresse kämpften wir uns für Euch zu den von Scharen umringten Preisträgerinnen durch.

„Mein Ziel war es, aus einem maroden, unbrauchbaren Schiff einen schwimmenden Garten und Treffpunkt für unterschiedliche Menschen zu machen“, erklärt uns Gewinnerin Parrilla Ayuso bei einem alkoholfreien (!) Kaltgetränk, das wir ihr natürlich spendiert haben. Dabei sollen textile Tragstrukturen und Membranen in Verbindung mit einer intensiven Beflanzung künstliche Wolken aus Wasserdampf erzeugen und so für ein spezielles Mikroklima sorgen.

Ein Hostel für Pilger und ein Le-Corbusier-Zentrum (wer war noch mal Le Corbusier?) seien ebenfalls Teil der Planung. Die Jury zeigte sich von dem Konzept überzeugt. Die Textilexperten lobten vor allem die Verbindung ganz unterschiedlicher inhaltlicher Aspekte, darunter Recycling, Energieeffizienz und Strukturüberlegungen, zu einem ästhetischen Gesamtwerk.

Nachwuchs-Textiler präsentieren überzeugende Arbeiten

Zu unserem bescheidenen Glück belegten den dritten Platz in der Kategorie “Umwelt und Ökologie” ebenfalls zwei Spanierinnen, namentlich die spanische Architektin Oihana Lasuen Oleaja und ihre Landsfrau und Innenarchitektin Laura del Val Marijuán. Sie punkteten mit einem Beitrag zur globalen Erwärmung und zum Klimawandel. Auch in ihrer Arbeit geht es darum, ein spezielles Mikroklima herzustellen, hier aber für den städtischen Raum mit hohen sommerlichen Temperaturen…also eher für Madrid als für Rostock. „Unser Entwurf einer Hybridstruktur aus Textilnetz und Pflanzen als natürliche Hülle soll dichten Innenstädten zu saubererer und kühlerer Luft verhelfen“, diktiert uns del Val Marijuán mit spanischem Akzent auf Englisch in den Blog.

Wir wollen Euch nicht verschweigen, dass auch andere Nachwuchs-Textiler mit ihren Arbeiten in den Kategorien Makro- und Mikro-Architektur sowie Composites (Verbundstoffe) und Hybrid-Strukturen überzeugten. Darunter textile Strukturen für biomorphe Architektur oder eine adaptive Stoffstruktur für Fassaden. Aber es war wirklich nicht unsere Schuld, dass das Gespräch länger gedauert hat, weil das Englisch einiger Spanierinnen so schwer zu verstehen war…

In fließendem Deutsch fragten wir außerdem Olaf Schmidt, Bereichsleiter der Textilmessen bei der Messe Frankfurt, am Rande der Preisverleihung zum textilen Nachwuchs: „Uns liegt die Nachwuchsförderung am Herzen. Deswegen freuen wir uns natürlich umso mehr, dass so viele junge Studenten aus aller Welt die Möglichkeit wahrnehmen, an unseren vielfältigen Wettbewerben zum Thema technische Textilien teilzunehmen.“

Die drei Damen aus Spanien, die alle an der Polytechnischen Universität in Madrid studiert haben, versicherten uns indes glaubhaft (!), sich auch künftig mit textilen Materialien befassen zu wollen. Grund dafür seien die hohe Flexibilität und die damit verbundenen vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten technischer Textilien. „Für mich spielt auch der Aspekt der ökologischen Verträglichkeit eine sehr entscheidende Rolle“, sagte Preisträgerin Parrilla Ayuso mit durchaus ernster Miene. So ließen sich textile Materialien aufgrund ihrer Umweltverträglichkeit außerordentlich gut im Einklang mit der Natur verbauen.

Die Arbeiten ALLER Nachwuchs-Textiler sind noch bis Messeschluss in Halle 4.1 am Stand K41 zu sehen.

Beitragsbild: Stolz präsentieren uns die drei Preisträgerinnen ihre Urkunden: Maria-Dolores Parrilla Ayuso, Laura del Val Marijuán, Oihana Lasuen Oleaja (v. l.)

Ronny Eckert

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